Zum Frühstück muss ich wohl nichts mehr sagen, es war lecker und wir stiegen alsbald gesättigt und zufrieden auf ein kleineres Boot um. Es sollte uns in einen Seitenarm des Yangtse bringen wo uns eine spannende Bootsfahrt erwartete.
Interessant war das Ufer des Yangtse. Dort sah man genau den etwas höheren Wasserstand des letzten Jahres. Unter Anderem sahen wir auch einige der berühmten hängenden Särge. Die Menschen glaubten früher in dieser Gegend, dass es den Verstorbenen besser ging, je höher ihr Sarg in der Felswand verankert war.
Einige dieser hängenden Särge sind heute noch zu sehen, andere stehen bereits unter Wasser.
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser Zwischenziel, einen kleinen Ort in einem der Seitenarme des Flusses.
Dort stiegen wir auf recht wackelige Ruderboote und bekamen Schwimmwesten. Die waren, angesichts des mindestens 50cm tiefen Wasser, sicher dringend nötig.
Erbsenschotenboote nannte man diese Boote wohl, ob das was mit deren Form zu tun hat?
Zuerst wurden wir unter lautem Hallo und gefolgt von 30 weiteren Touristenbooten den Fluss hinauf gerudert. Als das Wasser zum Rudern zu seicht wurde, sprangen unsere Bootsleute ins Wasser, rollten ein Seil aus und zogen uns weiter.
Das was hier nur noch eine Touristenattraktion ist, war früher mal bitterer Ernst für die Leute. Denn damals wurden Lastkähne mit bis zu 60 Tonnen Ladung den ganze Fluss auf diese Weise hinaufgezogen. Die Lebenserwartung eines solchen Arbeiters war wohl nicht all zu hoch gewesen.
Für uns war es aber Lustig und unsere Bootsleute haben es überlebt, gut bezahlt wurden sie sicherlich auch für ihre Mühe.
Danach ging es wieder zurück zum Kreuzfahrtschiff, pünktlich zum Mittagessen kamen wir an. Dieses genossen wir schon wieder bei voller Fahrt. Nach dem Essen konnte Herr Zhao endlich seinen Vortrag über den Yangtse halten.
Überaus interessant, besonders als er uns erzählt, die umgesiedelten Bauern in China hätten es jetzt viel besser als früher. Jetzt hatten sie nämlich Schulen. Dass die Leute durch den Staudamm aber ihre Lebensgrundlage, nämlich die Landwirtschaft, verloren hatten davon will er nichts wissen. Es geht denen jetzt besser und damit basta!
Danach bekamen wir noch eine kurze und sehr interessante Einführung in die chinesische Malerei.
Nach dem Abendessen, erwähnte ich schon dass es lecker war?, gab es wieder eine Tanzshow der Crew. Gut getanzt haben sie ja schon, wenn auch einige der Leute nicht recht Lust zu haben schien. Alles in allem fand ich die Show aber eher langweilig.
Weiter geht es dann mit
− dem Tag 11 −