Diese Nacht war traumhaft, ich habe doch tatsächlich durchgeschlafen und bin recht munter aufgewacht.
Frühstück lecker, die Nacht waren wir wohl durchgefahren und kamen gerade in Fengdu, der Stadt der Geister an. Dort gab es bis vor Kurzem eine wunderschöne Altstadt, die man aber aufgrund des Staudammes kurzerhand abgerissen hatte.
Die Bewohner wurden in eine Ansammlung hässlicher Betonsilos auf der anderen Seite umquartiert. Aber sie haben ja jetzt Schulen!
Wie dem auch sein, wir gingen von Bord und erreichten nach einem Marsch durch die" Altstadt" einen Sessellift, der uns zur eigentlichen Stadt der Geister bringen sollte. Die Technik der Bahn machte einen leidlich soliden Eindruck und die Fahrt an sich war ein tolles Erlebnis.
Hinter der Stadt der Geister verbarg sich eine wunderschöne Tempelanlage, halb taoistisch halb buddhistisch die wir ausgiebig aber etwas unter Zeitdruck besichtigten.
Etwas angenervt waren wir vom Bordfotografen und seinem Kameramann. Wo immer man sich hinwandte, hatte man seine Kamera in der Fresse (man verzeihe mir meine Ausdrucksweise). Ein paar Stunden länger und er hätte sie in selbiger gehabt.
Es war wieder einmal schwierig, Fotos ohne Menschen zu machen. Wir waren auch hier nicht die einzigen Touristen. Runter ging es dann wieder mit dem Sessellift.
Zum Mittagessen waren wir wieder zurück auf dem Schiff, welches sich auch alsbald wieder auf den Weg machte.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit schauen, ratschen, entspannen… Das Wetter war an diesem Tag etwas nebulös, aber angenehm warm.
Abendessen gab es mit kurzem Besuch des Kapitäns, es wurde angestoßen, applaudiert und so weiter.
Es war im sichtlich unangenehm, so viele Touristen auf einmal verträgt auch nicht jeder.
Nach dem Essen saßen wir bei Dunkelheit auf den Vorderdeck und genossen es, dass langsam aber sicher die Lichter der Stadt Chongqing auftauchten.
Der Ausblick auf die beleuchtete Skyline war atemberaubend, ich kam aus dem Staunen und Fotografieren gar nicht mehr heraus.
Unterbrochen wurde unser Staunen nur durch das fürchterlich laute Nebelhorn. Es befand sich direkt vor uns und der Kapitän befand es für notwendig alle paar Meter zu hupen, was uns jedes Mal ein Gefühl von Weltuntergang bescherte. Hier war unsere Reise mit dem Schiff zu Ende und wir legten an. Die letzte Nacht sollten wir noch an Bord verbringen.
Wesentlich später als die letzten Tage kamen wir ins Bett, gespannt die Stadt bei Tageslicht zu sehen.
Weiter geht es dann mit
− dem Tag 12 −