Geweckt wurden wir um 6:45, wir hatten viel vor heute. Frühstücken, auschecken, das Spiel kannten wir ja bereits.
Das Ausschiffen war dann ein Abenteuer für sich. Auf dem Anleger spielte eine Kapelle für uns und im Gänsemarsch setzten wir uns in Bewegung Richtung Ufer. Vorbei am Anleger eines anderen Schiffes, die eine größere und schönere Kapelle hatten als wir über einen ewig langen schwimmenden und wackeligen Steg zur Treppe, die uns ans Ufer hoch führte.
Die Stadt, von der wir gestern Abend noch so begeistert waren sieht bei Tageslicht nur noch hässlich und dreckig aus. Chongqing war bis vor kurzem noch eine der 10 dreckigsten Städte Chinas. Mittlerweile wurde sie gesäubert. Wie muss sie früher ausgesehen haben?
Auf der Uferpromenade erwartete uns das Chaos in seiner reinsten Form. Hunderte von Touristen versuchten sich zwischen hupenden und rangierenden Bussen und Autos hindurchzuschlängeln, dicht verfolgt von Souvenirverkäufern.
Unser Reiseleiter hatte seine liebe Mühe uns dort unbeschadet durchzubringen aber er hat es geschafft, wir kamen gestresst aber sicher beim Bus an.
Mit dem Bus ging es erst einmal ein kleines Stück die Böschung hinauf. Dort durften wir schon wieder raus, was bei 32°C schwülwarmer Luft nicht gerade angenehm war. Wir gingen zu einem Platz von dem aus man eine schöne Aussicht auf eine schmutzige Stadt und schmutziges Wasser hatte. Es handelte sich um den Chaotianmen-Platz am Zusammenfluss von Yangtse und Jialing-Fluss.
Unsere örtliche Reiseleiterin erzählte uns, dass das Essen in Chongqing so gut sei und sie deshalb ordentlich zugenommen hatte. Das hätten wir auch ohne Erklärung bemerkt… oder war das jetzt zu gemein?
Danach ging es zum Zoo. Das war zwar nicht geplant aber es kam uns ganz recht, dort würde es vielleicht Schatten geben.
Den gab es auch, außerdem einen Tiger, den wir allerdings suchen mussten, ein paar Bären und eine Menge Pandas. So schön die Tiere auch waren, die Gehege in denen sie gehalten wurden, waren alles andere als Artgerecht. Bei uns würde man das Tierquälerei nennen, aber dort schien es ganz normal zu sein. Schade eigentlich.
Die Pandas schienen uns zu mögen, denn wir sahen sie fast alle in jeder erdenklichen Position. Das ist laut unserer Reiseführerin nicht immer so, es gab wohl schon Gruppen die keinen einzigen zu Gesicht bekamen.
Eine Menge weiterer Tiere gab es natürlich auch und einen Schießstand. Ja, einen Schießstand! Nicht auf Tiere konnte man ballern sondern auf Luftballons.
Weiter ging es nun im Bus zum Mittagessen. Die Stadt war schon irgendwie gigantisch. 32 Millionen Einwohner, verteilt auf tausende von Hochhäusern. In dieser Stadt gibt es ein Haus mit 16 Stockwerken ohne Lift! Was aber nicht so schlimm ist, da es am Hang steht und sich der Eingang bereits im 7. Stock befindet.
Es war die erste Stadt in China, in der es keine Radfahrer gab. Unsere Reiseleitung erklärte uns, dass Radfahrer in Chongqing entweder Briefträger oder verrückt sind. Der Verkehr war tatsächlich ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Nach dem Essen ging es mit dem Bus zum Volkplatz und dem Drei-Schluchten-Museum. Das Museum bestand aus einer riesigen mit Marmor ausgelegten Eingangshalle und ein paar dürftigen Ausstellungsräumen.
Ganz oben gab es eine Kunstausstellung mit Verkauf. Die Sachen waren zwar schön aber teuer. Darunter befand sich eine Ausstellung über den Chinesisch-Japanischen Krieg. Die wäre sicherlich interessant gewesen, wenn wir chinesisch gekonnt hätten. Konnten wir aber nicht und so sahen wir uns weiter unten die Ausstellung über den Staudamm an, wegen der wir ja eigentlich hier waren.
Die war ganz toll gemacht aber nicht all zu groß und so waren wir Termingerecht durchgekommen und begaben uns auf den Volksplatz zum fotografieren. Etwas schwierig war es den militanten Schuhputzern zu entkommen. Das hat man davon, wenn man Schuhe trägt.
Mit dem Bus ging es weiter zu einem fürchterlich kitschigen Park am Ufer des Flusses.
Wir wussten nicht so recht was wir hier sollten und warteten einfach bis es weiterging.
Weiter ging es dann auch bald und zwar zu einer Seilbahn über den Yangtse ans andere Ufer. Das versprach spannend zu werden.
Wurde es auch, die Konstruktion machte zwar einen reichlich angeschlagenen Eindruck, schien aber sicher zu sein.
Die Aussicht war grandios, die Häuser die man sah nicht ganz so. Es handelte sich wohl um Wohnungen für nicht ganz so wohlhabende Leute.
Weiter ging es dann zu Fuß in die Innenstadt von Chongqing. Ganz toll solle es da sein. Wie merkten davon nichts, es sah aus wie in der Münchner Innenstadt, nur größer, hässlicher und lauter.
Dort erfuhren wir dann, dass wir uns zwei Stunden die Zeit vertreiben mussten bis es weiterging.
Zwei Stunden in diesem Höllenlärm bei schwüler Hitze gaben mir den Rest, irgendwann fand ich mich mit meinen Kopfschmerzen ab und wollte endlich weiter. Da wären wir besser noch länger im Zoo geblieben.
Aber dann ging es doch zum Abendessen, wo ich meine Torte bekam (hatte an dem Tag Geburtstag). Genießen konnte ich sie aufgrund meiner Kopfschmerzen nicht wirklich aber lecker war sie trotzdem.
Danach fuhren wir zum Flughafen, das Einchecken ging gewohnt schnell und pünktlich sitzen wir im Flieger. Draußen hatte es zu regnen begonnen.
Der Flieger rollte pünktlich ab, rollte zur Startbahn, rollte weiter, rollte wieder zurück und nach einer kurzen Flughafenrundfahrt standen wir wieder am Gate. Wegen schlechten Wetters würde sich der Abflug verzögern, teilte man uns mit.
Naja, wir waren ja nicht auf der Flucht also warteten wir halt. Nach einer guten Stunde schien sich das Wetter beruhigt zu haben und wir konnten doch noch starten. Hatten uns schon auf unbequemen Bänken im Flughafen übernachten gesehen, aber das hätte Chinatours wohl niemals zugelassen.
Nach einer knappen Stunde kamen wir in Guilin an. 23 Uhr aber immer noch 28°C und schwül, Subtropisch halt. Wieder in einen Bus und nach einer weiteren knappen Stunde waren wir im Hotel. Das war dafür ein super Laden, die Zimmer waren top.
An dieser Stelle ein besonderer Dank an Chinatours, die wissen schon warum!
Weiter geht es dann mit
− dem Tag 13 −