Wieder ein abenteuerliches Frühstück in Yangshou. Diesmal waren wir aber früher dran und mussten uns wenigstens das Gedeck nicht selber holen.
Die Milch war immer noch mit Wasser verdünnt, wir konnten uns aber Kondensmilch organisieren. Damit ging es.
Danach saßen wir wieder einmal im Bus, auf dem Weg nach Guilin zurück. Dort stand eine Tropfsteinhöhle auf dem Programm. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust darauf, denn Tropfsteinhöhlen gibt es bei uns auch genügend.
Aber wie alles in China war auch die Höhle ein klein wenig anders als sie es bei uns wäre.
Den Anfang machten natürlich wieder dutzende von Souvenirverkäufern, die uns gleich nach dem Aussteigen mit den altbekannten Rufen "Postcard… Watches…" und so weiter nervten.
Nach ein paar Metern zu Fuß erreichten wir den Eingang zur Höhle.
Eigentlich gab es zwei Eingänge. Einen für Einheimische der direkt in die Höhle führte und einen für Touristen der durch den Souvenirshop führte. Den nahmen wir natürlich.
In der Höhle angekommen blieb mir fast die Spucke weg. Ich habe noch nie eine dermaßen kitschig ausgeleuchtete Höhle gesehen. Sie hätte aus Plastik sein und in Disneyworld stehen können.
Lustig war der Weg durch die einzelnen Kammern dennoch und es war angenehm kühl.
Ein paar ganz passable Aufnahmen konnte ich auch machen, das versöhnte mich wieder etwas mit meinem Schicksal.
Dafür war das Mittagessen in Guilin wieder Weltklasse, diesmal in einem recht kleinen Lokal dass nicht nur für Touristen gemacht schien. Sehr schön.
Im Anschluss machten wir einen Spatziergang durch Guilin, genauer gesagt durch die Parkanlage im Zentrum.
Zwei wunderschön angelegte Seen und mehrere Brücken ließen mich aus dem Fotografieren mal wieder nicht herauskommen. Ich hätte dort wesentlich mehr Zeit benötigt, aber wir waren mal wieder in Eile. Der Fluch der Pauschalreisen!
An einer Kristallbrücke kamen wir auch vorbei. Hört sich toll an, war aber nur eine mit Plexiglas verkleidete stink- normale Brücke.
Wir mussten leider bald weiter zum Fubo-Berg. Hinter dieser Attraktion verbarg sich ein arg touristisch herausgeputzter Berg. Man konnte ihn entweder besteigen wovon wir aufgrund der Temperaturen aber Abstand nahmen, oder unter ihm hindurch eine Höhle besichtigen, die sich zum Wasser hin öffnete.
Die Höhle war wenig spektakulär aber wir konnten uns eine halbe Stunde in Ruhe hinsetzen und das lebhafte Treiben beobachten. Was Touristen doch für einen Lärm machen.
Nun ging es auch schon weiter, wieder mit dem Bus zum Flughafen. Unser dritter Inlandsflug stand an.
Am Flughafen von Guilin gab es dann erstmal richtig Ärger.
Wir mussten plötzlich für angebliches Übergepäck bezahlen. Das war zwar nicht viel Geld, aber dass unsere Koffer seit dem Hinflug um 10 kg schwerer geworden sein sollen, konnten wir nicht so ganz glauben. Soo viele Souvenirs hatten wir dann doch nicht gekauft.
Da wollte sich die Fluggesellschaft wohl die Finanzen etwas aufbessern. Aber die ganze Aufregung nützte nichts, wir mussten bezahlen und begaben und mit einer mords Wut im Bauch zum Flieger.
Der Flug selbst war dann recht angenehm, die Ankunft in Hangzhou verlief auch problemlos. Vom Flughafen fuhren wir direkt zum Abendessen. Unser örtlicher Reiseführer pries uns während der Fahrt durch das mittlerweile nächtliche Hangzhou unser Lokal für das Abendessen an.
Im 15. Stock gelegen sollte es wohl ein ganz besonderes Erlebnis werden. Wir freuten uns.
Im Lokal angekommen erlebten wir eine herbe Enttäuschung. Die Aussicht brachte uns gar nichts, denn die Fenster waren mit Jalousien verschlossen. Das Lokal selbst war zwar ganz nett eingerichtet, in etwa mit dem Charme einer Bahnhofshalle, dafür war das Personal unfähig und das Essen zum ersten Mal auf der Reise nicht wirklich gut.
Dafür dass es so angepriesen wurde war es zumindest nicht gut genug. Weiter ging es dann zum Hotel, im 18. Stock sollten wir wohnen. Das Zimmer war OK, lediglich die Fenster die bis zum Boden hinabreichten erzeugten ein mulmiges Gefühl. Im 18. Stock möchte man dann doch nicht unvorbereitet fast senkrecht nach unten sehen.
Aber als wir uns daran gewöhnt hatten, war die Aussicht einfach toll.
Weiter geht es dann mit
− dem Tag 16 −