Zum Frühstück gingen wir sicherheitshalber gleich um 7. Die Erfahrung hat gezeigt, je früher man kommt desto bequemer frühstückt man. Das stimmte auch, das Essen war gut und der Service auch.
Zudem hatten wir noch Zeit für einen kurzen Spaziergang um den Block, mit Abstecher in den Supermarkt, Wasser kaufen.
Um 9:00 ging es dann zur Pagode der sechs Harmonien.
Um die Pagode herum stehen eine Menge Miniaturen bekannter Pagoden des ganzen Landes.
Die Parkanlage war wunderschön angelegt, die Zahl der Touristen hielt sich in Grenzen und einen Garten mit Bonsais gab es auch.
Hier hätten wir es wieder eine ganze Weile ausgehalten. Leider hatten wir mal wieder kaum Zeit und konnten die Pagode nicht mehr besteigen.
Der nächste Programmpunkt war eine Teeplantage.
Das erste was wir davon sahen waren mal wieder ein Dutzend Busse.
Aber die Menschenmassen waren nicht ganz so schlimm und so konnten wir uns in Ruhe ansehen, wo der berühmte Drachenbrunnentee wächst, wie er geerntet und getrocknet wird.
Ganz schön aufwändig diese Prozedur. Eine Pflückerin braucht für 1kg Tee einen ganzen Tag, sie zupft nur die feinsten Triebspitzen ab. Getrocknet werden die Triebe dann von Hand in drei unterschiedlich heißen Schalen. Auch das dauert wieder eine ganze Weile.
Probieren durften wir natürlich auch, wir wurden dazu in Abfertigungshalle drei geführt.
Hinsetzen, Mund halten und zusehen.
Zuerst eine kurze Erklärung welche Sorten es gibt, dann bekamen wir unsere Gläser mit einigen Teeblättern darin.
Im ersten Schritt gießt man etwas ca. 80°C heißes Wasser darauf und riecht erst einmal daran. Der Geruch erinnerte stark an Spinat, aber das sollte so sein. Dann gießt man ganz auf und wartet, bis die Teeblätter zu Boden sinken. Nun ist er trinkfertig und echt lecker.
Danach begann natürlich die Verkaufsshow, man wollte das Zeug ja auch verkaufen. Brav wie wir sind schlugen wir natürlich zu. Was sollten wir als militante Teetrinker auch sonst machen.
Ein besonders schöner Anblick waren Kugeln aus Teeblättern mit einer Blüte darin.
Nach dem Aufgießen entfaltete sich die Blüte und bot einen wunderschönen Anblick.
Etwas veräppelt kamen wir uns vor als wir den Tee gekauft hatten und der Verkäufer kurz danach den gleichen Tee wesentlich billiger anbot.
Der Ausgang führte natürlich wieder durch einen Souvenirshop aber von irgendwas müssen die Leute ja auch leben.
Schon war es wieder Zeit für ein Mittagessen.
Dieses nahmen wir in einem chinesischen Teehaus ein. Das Teehaus war diesmal rein chinesisch, als Ausländer fielen wir direkt auf.
Es gab Tee, was auch sonst in einem Teehaus, und ein Buffet an dem ich heute noch sitzen würde, wenn man mich nicht weggeschleift hätte. Es war richtig gut und die Stimmung war toll.
Der Tee den wir dort getrunken haben hieß übrigens "Acht Kostbarkeiten" und so schmeckte er auch.
Mit übervollem Magen ging es zu Fuß zum Westsee. Dort war wahrlich die Hölle los, überall Sänger, Musikanten, Tänzer und Menschen, Menschen, Menschen…
Die Stimmung war toll und uns wurde alles nur nicht langweilig. Nur etwas kühler und weniger schwül hätte es sein dürfen (verwöhnte Ausländer, ich weiß).
Die Zickzackbrücken die man überall in China sieht, haben übrigens eine ganz praktische Bedeutung.
Man geht in China davon aus, dass böse Geister nur geradeaus gehen können.
Bei einer Zickzackbrücke fallen sie also ins Wasser und sind unschädlich.
Nun stand wieder einmal eine Altstadt auf dem Programm und zwar die von Hangzhou. Sie bestand wie scheinbar alle chinesischen Altstädte aus einer Gasse mit dutzenden von Souvenirständen und hunderten Menschen.
Wir drängten uns durch die Massen zu einer alten Apotheke die wir, nebst dem TCM Museum, besichtigen wollten. Beide waren überaus interessant, auch hier hätten wir gerne noch etwas mehr Zeit gehabt. Aber man drängelte uns schon wieder Richtung Ausgang, waren wohl unter Zeitdruck.
Der Zeitdruck löste sich dann aber unverhofft und wir bekamen mitgeteilt, dass wir uns jetzt eine Stunde selbst beschäftigen dürfen.
Alles schön und gut, aber die Zeit hätte ich gerne IN der Apotheke gehabt und nicht davor. Leider hatte die Apotheke keine sehr Kundenfreundlichen Öffnungszeiten und die Leute wollte Feierabend machen.
Dennoch konnten wir uns gut beschäftigen und uns sogar daran hindern schon wieder etwas zu kaufen. Danach ging es zum Hotel zurück. Dort angekommen sahen wir uns ausgesperrt. Bei der ganzen Gruppe gingen die Zimmertüren nicht auf. Also wieder hinunter zur Rezeption. Dort kannte man das Problem und programmierte unsere Karten neu.
Nun ging es und wir konnten uns noch etwas ausruhen bis zum Abendessen.
Essen konnten wir freilich nicht gar so viel, waren wir doch von Mittag noch satt. Aber sehr gut war es, wie immer.
Nach einem kurzen Spaziergang ging unsere Zimmertür schon wieder nicht auf. An der Rezeption freute man sich schon, das Problem lösen zu können. Aber Pustekuchen, diesmal war es nicht das bekannte Standardproblem sondern ein Neues.
Man gab uns eine neue Karte, schickte uns wieder hinauf. Wenn es nicht geht, sollen wir anrufen. Es ging natürlich nicht und wir telefonierten. Nach einer Weile erschien eine nette Dame mit einer weiteren Karte. Auch sie kam nicht hinein und so mussten die Haustechniker her.
Aufgeschlossen war dann schnell, denn die Karteschlösser kann man auch mechanisch öffnen. Nur bis das Schloss wieder funktionierte dauerte es doch eine Viertelstunde. Nach einer neuen Batterie und einigen Flüchen war die Sache erledigt und wir hatten unsere Ruhe.
Weiter geht es dann mit
− dem Tag 17 −