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Der 4. Tag − Peking, Kaiserpalast, Tiananmenplatz

Heute waren wir mit dem Frühstück etwas später dran als gestern. Mit dem Ergebnis, dass wir im Frühstücksraum das Totale Chaos vorfanden. Chinesische Hotels scheinen die gleichen Probleme zu haben wie deutsche, so bald mehr als drei Gäste gleichzeitig mit ihrer Reisebegleitung frühstücken wollen, bricht das Chaos aus.

Mit Mühe bekamen wir noch den hinterletzten Tisch, für den Kaffe mussten wir den Kellner fast würgen, freiwillig rückte er ihn jedenfalls nicht raus. Eigentlich dürfte das in einem solchen Hotel nicht passieren, Kaffee muss einfach da sein!

Nun was soll`s, es war eh der letzte Tag hier. Vor dem Frühstück hatten wir bereits unsere Koffer vor die Tür gestellt, sie sollten dort abgeholt werden. Mal sehen ob das klappt?

Um 8.30 Uhr sollte es weitergehen, also noch eben ausgecheckt und ab in den Bus. Der Tiananmenplatz stand auf dem Programm. Während der Fahrt gab es wieder eine Menge Erklärungen von Herrn Zhao, der Mann hat wirklich Ahnung und die Zeit verging wie im Flug.

Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Lediglich ein Rätsel machte uns zu schaffen, nach dem Platz sollten wir den Kellerpalast besuchen. Kellerpalast? Was auch immer das sein sollte?

Nein, den Kaiserpalast meinte er − es hat eine ganze Weile gebraucht, bis wir gemerkt haben, dass er mit der Aussprache des Wortes Kaiserpalast Schwierigkeiten hatte und stattdessen immer Kellerpalast gesagt hat.

Der Kellerpalast wurde auch sofort zum running-gag der Reise, dicht gefolgt vom Kellerkanal.

Am Tiananmenplatz, auch Platz des himmlischen Friedens genannt, fanden wir alles, nur keinen himmlischen Frieden. Wieder mal tausende von Touristen, zum Glück hat der Platz eine gewisse Größe, das verläuft sich das etwas.

Wir bekamen Freizeit und konnten uns auf eigene Faust umsehen. Vorbei an Maos Mausoleum, einer Anzeigetafel die die Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele anzeigte und einem Imbisswagen schlenderten wir in Richtung Tor des himmlischen Friedens.

Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Peking Beijing Tiananmenplatz Tor des himmlischen Friedens Peking Beijing Tiananmenplatz Von dort ging es dann durch eben dieses Tor zum Kellerpalast, Verzeihung, Kaiserpalast.

Die Touristenmenge verdichtete sich hier zu einer einzigen wogenden Menschenmasse durch die wir wenigstens nicht selbst laufen mussten, wir wurden geschoben.

Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Der Kaiserpalast ist eine gigantische Anlage, leider waren einige Gebäude im Inneren gerade in Restaurierung, aber imposant war er dadurch nicht weniger. Unser Führer leitete uns nicht den geraden Weg hindurch, denn da laufen auch alle Touristen. Wir bogen links ab und schlängelten uns durch die wesentlich ruhigeren Wohngemächer des letzten Kaisers.

Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Über die komischen Metallgefäße, die überall herumstanden wunderten wir uns zuerst ein wenig. Bis man uns erklärte, das seien früher Löschwasserbehälter gewesen. Klar, die Vorläufer unserer heutigen Feuerlöscher.

Einen schönen Garten gab es hier natürlich auch wieder. Ich musste mich nur anstrengen ein paar Bilder ohne Menschen hinzubekommen, denn auch hier waren wieder eine Menge Touristen unterwegs. Die Bäume hatten hier übrigens Seriennummern?!

Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Kaiserpalast Peking Beijing Mittagessen Irgendwann kamen wir dann hinten beim Kohlehügel wieder heraus, bestiegen unseren Bus und fuhren zum Mittagessen. Das war lecker und reichlich wie immer.

Danach hatten wir ein paar Minuten Wartezeit vor dem Lokal. Gleich ums Eck war ein Musikgeschäft, dass ziemlich Laut Musik laufen lies. Irgendwann fiel mir auf, dass sie deutsche Musik spielten, die Prinzen!

Peking Beijing Mittagessen Peking Beijing Mittagessen Man hatte uns wohl als Deutsche enttarnt und amüsierte sich köstlich über unsere Verwunderung ob der deutschen Musik.

Als nächstes kam ein Programmpunkt, der eigentlich keiner war. Unser Herr Zhao bot uns nämlich an, eine Rickschahfahrt durch ein restauriertes Altstadtviertel zu machen. Das wäre zwar nicht inklusive aber wenn wir wollten, könnten wir. 100 Yuan sollte die zweistündige Fahrt pro Person kosten. Nicht billig aber im Urlaub sitzt das Geld ja immer locker und wir als reiche Deutsche…

Wir wollten natürlich und los ging es in einem recht wackeligen Gefährt. Unsere Fahrer mussten ganz schön strampeln, Gangschaltung hatten die Dinger nämlich nicht und die Bremsen bestanden nur aus einem Stahlseil auf das man mit dem Fuß treten musste um sich dann eine Bremswirkung einbilden zu können.

Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt In den engen Gassen durch die wir fuhren herrschte reger Rickschah- und Autoverkehr. Wir kamen aber dennoch irgendwie voran. Nach 10 Minuten war die Fahrt dann vorerst zu Ende, wir machten einen Abstecher zu einem typischen Markt. Interessant waren vor allem die Gegensätze in diesen Gassen. Zum einen viel Schmutz, Staub und baufällige Häuser zum anderen immer wieder nagelneue, auf Hochglanz polierte Autos. Ein Armenviertel war das jedenfalls nicht. Von der klassischen Wohngarage mal abgesehen.

Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Was es auf dem Markt nicht alles gab. In einer Halle fanden sich Getreidesorten, die gibt’s gar nicht und schon gar nicht bei uns.

Gleich ums Eck war ein gigantischer Obst- und Gemüsemarkt mit Sorten von denen man hier noch nie was gehört hat.

Dazwischen ein Straßenfrisör.

Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Nach einem kurzen Bummel durch den Markt bestiegen wir wieder unsere Rikschas und weiter ging es zu einem traditionellen chinesischen Hofhaus. Hofhaus heißen die Dinger deshalb, weil sie auf vier Seiten geschlossen sind und in der Mitte einen Hof haben.

Auch dort wieder viele Menschen, wir bekamen einen Schluck Tee und durften uns umsehen. Früher lebten hier 20 Menschen, heute kann man das Teil als Ferienhaus mieten. Billig ist so ein Haus übrigens nicht, 4.000.000 Yuan kostet so etwas, das sind Preise wie bei uns auch. Allerdings bekommt man es dennoch nur für 60 Jahre, danach fällt es an den Staat zurück. Aber bei 20 Personen mag sich das rechnen.

Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Peking Beijing Rickschahfahrt Dann wieder in die Rickschah und weiter durch die Gassen. Einen kurzen Zwischenstopp machten wir noch an einer kleinen Brücke, kurz danach war die Fahrt zu Ende. 100 Yuan fanden wir zwar schon teuer, immerhin hat er uns nicht wirklich zwei Stunden gefahren, wir sind auch ein gutes Stück gelaufen. Aber lustig war es trotzdem.

Danach hatten wir noch Zeit und fuhren in die Pekinger Innenstadt in eine Einkaufsstraße zum bummeln. Danach gab's Abendessen.

Peking Beijing Westbahnhof Nun wurde es Zeit zum Bahnhof zu fahren, wir sollten den Nachtzug nach Luoyang nehmen. Der Pekinger Westbahnhof, einer von vier Bahnhöfen, war gigantisch. Wir standen vor diesem riesigen Bauwerk und hatten Probleme unseren Mund vor lauter Staunen wieder zu zu bekommen.

Innen kam dann die Ernüchterung, dort sah er nicht anders aus als der Münchner Hauptbahnhof, nur viel lauter. Zum Glück fuhren wir "Softsleeper" und durften in der Softsleeperlounge warten, die erheblich leiser war.

Peking Beijing Westbahnhof Peking Beijing Westbahnhof Nach 10 Minuten wäre der Zug zum Einsteigen bereit gewesen. Allerdings schien hier der Charme von Herrn Zhao zu versagen, die Dame am Gate wollte uns jedenfalls nicht durchlassen. Chinesen drängten sich zwischen uns durch und einer fuhr mir mit seinem Koffer direkt über den Fuß - nette Leute gibt’s da!

Irgendwann lies man uns dann doch gnädigerweise passieren, das ist halt China und wir trotteten in Richtung Zug. Jeweils vier Leute bezogen eine Kabine, die Betten waren erstaunlich bequem. Wir fuhren ab und kurz vor 12 legten wir uns schlafen. Das Geschaukel im Zug (und vielleicht auch der vorsorglich konsumierte Alkohol) wirkte beruhigend und wir schliefen bis zum Morgen durch.

Weiter geht es dann mit

− dem Tag 5 −